Stress lass nach!
Stress ist zunächst nichts anderes als eine uralte, sinnvolle Reaktion unseres Körpers auf eine Belastungs- oder Gefahrensituation. Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, uns in herausfordernden Momenten schnell Energie zur Verfügung zu stellen.
Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, die Muskulatur spannt sich an, die Aufmerksamkeit wird fokussiert. Früher war diese Reaktion überlebenswichtig – sie half uns, zu flüchten oder zu kämpfen.
Heute hat sich die Art der Gefahren verändert, nicht aber unser biologisches System. Statt körperlicher Bedrohungen sind es häufig Anforderungen im schulischen, beruflichen oder familiären Alltag, die Stress auslösen. Hinzu kommen innere Stressoren: Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen, die sich im Laufe der Jahre in uns verfestigt haben. Auch sie können das Nervensystem in Alarmbereitschaft versetzen – ganz ohne äußeren Anlass.
Stress ist dabei nicht grundsätzlich etwas Negatives. In einem gesunden Maß wirkt er aktivierend, motivierend und leistungsfördernd. Er hilft uns, aufmerksam zu sein, Herausforderungen zu meistern und über uns hinauszuwachsen. Entscheidend ist, was nach der Stressphase passiert.
Ein gesundes Nervensystem reguliert sich nach Belastung von selbst. Über das vegetative Nervensystem kehrt der Körper in einen Zustand von Ruhe und Ausgleich zurück. Spannung darf sich lösen, Erholung stellt sich ein.
Von chronischem Stress sprechen wir dann, wenn diese natürliche Regulation nicht mehr gelingt. Wenn der Körper dauerhaft in erhöhter Anspannung bleibt, ohne ausreichend in die Erholung zu finden. Das kann sich körperlich, emotional und mental bemerkbar machen – etwa durch Erschöpfung, innere Unruhe, Schlafprobleme oder anhaltende Anspannung.
Hier setzen Entspannungsverfahren und achtsamkeitsbasierte Methoden an. Nicht, um Stress „wegzumachen“, sondern um dem Nervensystem wieder zu ermöglichen, zwischen Aktivierung und Ruhe zu wechseln. Achtsamkeit unterstützt uns dabei, frühe Stresssignale wahrzunehmen, innere Stressmuster zu erkennen und dem Körper Schritt für Schritt wieder Sicherheit zu vermitteln.
Nicht als schnelle Lösung – sondern als nachhaltige Beziehungspflege mit uns selbst.
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Quelle: netdoktor.de
Dieser Blog dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.