Was ist Stress?

Stress lass nach!

Stress ist zunächst nichts anderes als eine uralte, sinnvolle Reaktion unseres Körpers auf eine Belastungs- oder Gefahrensituation. Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, uns in herausfordernden Momenten schnell Energie zur Verfügung zu stellen.

Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, die Muskulatur spannt sich an, die Aufmerksamkeit wird fokussiert. Früher war diese Reaktion überlebenswichtig – sie half uns, zu flüchten oder zu kämpfen.

Heute hat sich die Art der Gefahren verändert, nicht aber unser biologisches System. Statt körperlicher Bedrohungen sind es häufig Anforderungen im schulischen, beruflichen oder familiären Alltag, die Stress auslösen. Hinzu kommen innere Stressoren: Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen, die sich im Laufe der Jahre in uns verfestigt haben. Auch sie können das Nervensystem in Alarmbereitschaft versetzen – ganz ohne äußeren Anlass.

Stress ist dabei nicht grundsätzlich etwas Negatives. In einem gesunden Maß wirkt er aktivierend, motivierend und leistungsfördernd. Er hilft uns, aufmerksam zu sein, Herausforderungen zu meistern und über uns hinauszuwachsen. Entscheidend ist, was nach der Stressphase passiert.

Ein gesundes Nervensystem reguliert sich nach Belastung von selbst. Über das vegetative Nervensystem kehrt der Körper in einen Zustand von Ruhe und Ausgleich zurück. Spannung darf sich lösen, Erholung stellt sich ein.

Von chronischem Stress sprechen wir dann, wenn diese natürliche Regulation nicht mehr gelingt. Wenn der Körper dauerhaft in erhöhter Anspannung bleibt, ohne ausreichend in die Erholung zu finden. Das kann sich körperlich, emotional und mental bemerkbar machen – etwa durch Erschöpfung, innere Unruhe, Schlafprobleme oder anhaltende Anspannung.

Hier setzen Entspannungsverfahren und achtsamkeitsbasierte Methoden an. Nicht, um Stress „wegzumachen“, sondern um dem Nervensystem wieder zu ermöglichen, zwischen Aktivierung und Ruhe zu wechseln. Achtsamkeit unterstützt uns dabei, frühe Stresssignale wahrzunehmen, innere Stressmuster zu erkennen und dem Körper Schritt für Schritt wieder Sicherheit zu vermitteln.

Nicht als schnelle Lösung – sondern als nachhaltige Beziehungspflege mit uns selbst.

Was sind Stressoren?

Man unterscheidet zwischen Inneren und Äußeren Stressoren

Innere Stressoren

Innere Stressoren wirken mental aus dir selbst heraus und können zu einer großen Stressbelastung werden.

Dies kann beispielsweise ein hoher Erwartungsdruck von dir sein:

Sätze mit: "Ich muß...", nicht Nein-sagen können, dazu eine große Hilfsbereitschaft mit einem hohen sozialen Druck. Auch die Erwartung alles perfekt machen zu müssen, ein mangelndes Selbstwertgefühl, Arbeitssucht (workaholic), Verantwortung für alles übernehmen zu müssen, sich Sorgen machen, bis hin von Verdrängen von negativen Gefühlen. Tunnelblick (keinen Ausweg finden)

 

Äußere Stressoren

Äußere Stressoren wirken zudem noch von außen auf dich ein: 

Termindruck, Lärm, Doppelbelastungen, Leistungsdruck, Schulstress, Lernstress, Prüfungsangst, Informations- und Reizüberflutung durch Medien, Mobbing am Arbeitsplatz, Umgang mit schwierigen Kunden, berufliche Stressbelastung, Kündigung.

Aber auch Probleme in der Partnerschaft, Tod oder Trennung, finanzielle Schwierigkeiten, sowie gesundheitliche Probleme.

Dauerstress und die Folgen

Geschwächtes Immunsystem

Das Stresshormon Cortison welches für die "Kampf- und Fluchtbereitschaft" aktiviert wird, schwächt bei einer anhaltenden Dauerbelastung die Abwehrkräfte des Immunsystems. Bakterien/Viren können den Organismus leichter angreifen und werden nur wenig erfolgreich abgewehrt. Dadurch können häufig Infektionskrankheiten begünstigt werden.

 

Magen Darmprobleme

"Alles schlägt mir auf den Magen". Der Vedauungstrakt ist gereizt und Magenschmerzen, Magenkrämpfe sowie Durchfallerkrankungen kommen häufiger vor.

 

Verspannte Muskulatur

Durch die ständige Alarmbereitschaft des Körpers, ist die Muskulatur dauerhaft angespannt. Die Folge sind Kopf-, Schulter- und Rückenschmerzen.

Ohne eine ausgleichende Entspannung, kann es zu chronischen Belastungen kommen. Der Körper fühlt sich entkräftet und die Leistungsfähig sinkt.

 

Verstärkung von Hauterkrankungen

Bei Menschen mit Hautleiden, macht sich der anhaltende Stress auf der Haut bemerkbar, da die typischen Hautentzündungen und der Juckreiz zunimmt. Durch das Kratzen verstärkt sich jedoch die Entzündung. Die Unterdrückung des Juckreizes, erhöht wiederum die innere Anspannung. Ohne den Stressabbau leiden die Betroffenen immer mehr unter Hauterkrankungen. 

 

Psychische Folgen von Stress

Die psychischen Folgen sind eine starke innere Anspannung, Nervosität und Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Unzufriedenheit, Angst bis hin zu Wut.

Ohne eine ausreichende Erholung, kann der Dauerstress schwerwiegende, psychische Erkrankungen hervorrufen. Das allgemeine Wohlbefinden nimmt immer weiter ab und dies führt wiederum in die Stressfalle.

 

BurnOut

Beim BurnOut handelt es sich um einen emotionalen, körperlichen und geistigen Erschöpfungszustand und kann durch verschiedene persönliche oder berufliche Stressfaktoren ausgelöst werden. Dabei können die Symptome der Erkrankung sowohl körperlich als auch psychisch sein:

Lustlosigkeit, Gereiztheit, Angst zu versagen, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Motivationslosigkeit, Stimmungsschwankungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus oder Hörsturz, Herzrasen, Herz-Kreislaufprobleme.

Dauerstress wirkt sich also in mehreren Bereichen negativ auf unsere Gesundheit aus. Dies kann auf der emotionalen, körperlichen, kognitiven und auch auf der Verhaltensebene sein.

Zeit, etwas für Körper, Geist und Seele zu tun.

Selbsteinschätzung: Wie hoch ist dein derzeitiger Stresszustand?

  • Ich habe eine hohe Verantwortung für Familie/Beruf.
  • Ich kann mich abends nicht mehr entspannen und bin erschöpft.
  • Ich trinke häufiger abends ein Glas Wein, um mich entspannen zu können.
  • Ich kann mich oft nicht auf eine Sache konzentrieren.
  • Ich kann mir vieles nicht mehr so gut merken wie früher
  • Ich verspüre oft eine innere Unruhe.
  • Ich merke, dass meine Freizeit zur Erholung nicht mehr ausreicht.
  • Ich kann nicht mehr richtig abschalten.
  • Ich ziehe mich von Freunden zurück.

Wenn du möchtest, kannst du hier einen Selbsttest durchführen

Quelle: netdoktor.de

 

Dieser Blog dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.